Unterhalt zum Steuern sparen!

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Unterhalt nur im Scheidungsfall? Von wegen. Unterhalt zum Steuern sparen!

Klingt verrückt, ist aber eine schlaue und vor allem legale Möglichkeit der Ersparnis. Denn wer an nichteheliche Lebenspartner, erwachsene Kinder oder Angehörige wie Eltern oder Großeltern Unterhalt zahlt, spart unter Umständen mehrere tausend Euro im Jahr.

Verstanden. Und das geht einfach so? Nix geht einfach so. Da gibt es schon ein paar Tipps und Kniffe zu beachten, auch für alte Steuerhasen.

Gewusst, wie … und wo

Warum Sie bisher von diesem Steuertrick gar nichts wussten? Vielleicht, weil auf dem Hauptformular für die Einkommensteuer dazu kein Wort steht. Denn es gibt dafür eine eigene Anlage, die Anlage Unterhalt. Bitte bloß nicht verwechseln mit der Anlage „U“, denn die ist wirklich nur für die Unterhaltszahlungen auszufüllen, die an den getrennten oder geschiedenen Ehepartner gehen. Ach, übrigens: Im Steuererklärungsprogramm sind die hier gemeinten Unterhaltszahlungen auch hübsch versteckt – meist bei den außergewöhnlichen Belastungen.

Ok, verstanden. Und wen kann ich damit jetzt beglücken? Und was habe ich davon?

Klar, finanzieren dürfen Sie, wen Sie wollen, Freunde, Nachbarn, wen auch immer. Die Gretchenfrage lautet aber ja: Was kann ich absetzen? Hier hat das Finanzamt ein Wörtchen mitzureden. Und zwar dieses: Es erkennt Zahlungen nur an, wenn Sie grundsätzlich gesetzlich verpflichtet sind, dem Empfänger Unterhalt zu zahlen. Das schränkt den Kreis schon mal ein, und zwar auf die Eltern, die Großeltern, das andere Elternteil eines nichtehelichen Kindes und die Kinder. Aber nur, wenn die schon erwachsen sind (älter als 25 Jahre) und kein Kindergeld mehr bekommen.

Gibt es Ausnahmen? Ja, eine: Wenn Sie nichtehelich mit Ihrem/Ihrer Lebensgefährten zusammen wohnen, erkennt das Finanzamt auch hier eine Unterhaltszahlung an die Partnerin/den Partner an. Aber nur, wenn mögliche öffentliche Mittel, welche die- oder derjenige bezieht, dadurch nicht gekürzt würden.

Aber den Unterhalt kann ich doch nicht unendlich absetzen, oder?
Natürlich nicht. Es gibt selbstverständlich einen Höchstbetrag. Der liegt im Jahr 2018 bei genau 9.000 Euro. Der kann aber nur angeführt werden, wenn Sie nach der Zahlung selbst noch genug Geld zum Leben haben und nicht alles für den Unterhalt drauf geht. Wenn Sie aber gerne 20.000 Euro Unterhalt zahlen und sich das auch leisten können? Machen Sie das nach Bedarf gerne, aber es sind trotzdem nur 9.000 Euro absetzbar.

So, Zeit für ein Beispiel, oder? Geht ja schließlich auch darum, was man so sparen kann.

Beispiel 1:

Die Eltern von Niklas verdienen im Jahr 75.000 Euro. Niklas ist 26 Jahre alt (und damit älter als 25 Jahre, und darauf kommt es an) und studiert noch. Er hat keinen Anspruch mehr auf Kindergeld, aber auch keine eigenen Einkünfte. Also überweisen seine Eltern ihm jedes Jahr 9.000 Euro Unterhalt. Und zahlen statt einer Einkommensteuer von 14.890 Euro nur 11.932 Euro. Das sind fast 3.000 Euro weniger!

Klingt super, oder? Ist es auch, kann sich aber schnell ändern. Denn Einkünfte des Unterhaltsempfängers werden selbstverständlich angerechnet. Und dann kann das so aussehen:

Beispiel 1a):

Niklas hat neben dem Studium einen 450-Euro-Job. Also verdient er pro Jahr 5.400 Euro. Der Freibetrag für den Unterhalt liegt nur bei 624 Euro, es müssen 4.776 Euro auf diesen angerechnet werden. Heißt: Die Eltern können weiterhin 9.000 Euro zahlen, aber steuerlich geltend machen können sie nur noch 9.000 minus 4.776 gleich 4.224 Euro.

Ist aber auch nicht nichts, aufs Jahr sparen sie immer noch 1.400 Euro an Steuern. Reicht für einen schönen Kurzurlaub. Zumal sich die Unterhaltszahlungen ab dem ersten Euro steuermindernd auswirken.

Also: Unterhalt zahlen klingt böse, kann aber was ganz Gutes sein.