Jetzt sparen, später investieren

Sie befinden sich hier: :Home/Blog/Jetzt sparen, später investieren

Der Investitionsabzugsbetrag bringt einiges an Vorteilen – gewusst wie, heißt das Motto

„Planen Sie in den nächsten drei Jahren eine größere Anschaffung? Dann können wir ja jetzt schon einen IAB bilden …“ Kennen Sie, oder? Diesen beliebten Satz des Steuerberaters? Und was antworten Sie, wenn Sie den das erste Mal hören? Genau: „Einen … was?“

Merken Sie sich die Abkürzung und ihre Bedeutung genau, denn sie stehen für einen sehr praktischen und legalen Steuerspartrick: den Investitionsabzugsbetrag.

Heißt konkret: Wenn Sie in 2018 beschließen, bis 2021 eine größere Investition zu tätigen,
sagen wir, ein neues Firmenauto, dann können Sie jetzt schon darauf Steuern sparen.
Und zwar auf 40 Prozent des Anschaffungspreises.

Klar soweit. Und wofür ist das gut? Und wie sieht das in der Praxis aus?

Ganz einfach: Sie können damit im laufenden Geschäftsjahr die Steuerlast senken.
Und zwar so: Sie planen Ende 2018, bis Ende 2021 einen neuen Firmenwagen im Wert von
40.000 Euro zu kaufen. 40 Prozent davon, also 16.000 Euro, können Sie jetzt als Investition schon steuerlich absetzen. Diese 16.000 Euro mindern also im Geschäftsjahr 2018 Ihren Gewinn und damit die Steuerlast um einige tausend Euro. Übrigens: Insgesamt darf man bis zu 200.000 Euro
pro Jahr für alle IABs zusammen veranschlagen. Wer einen Ferrari bestellt, braucht dafür aber
nur einen IAB …

Ja, sauber. Und was, wenn ich es mir dann, sagen wir, im Frühjahr 2021 anders überlege und gar keinen neuen Wagen kaufen will? Oder einen billigeren?

Dann sagt §7g im Einkommensteuergesetz: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Da gibt einer an, was investieren zu wollen, spart dafür mal schön Steuern und kauft das dann gar nicht?

Nachzahlen! Und nicht nur wie in diesem Fall die Steuern auf den zuvor gebildeten IAB von 16.000 Euro, sondern auch mal schön ein paar Zinsen darauf, und das können in drei Jahren auch mal in Summe 20 Prozent sein. Der Gewinn fürs Geschäftsjahr 2018 wird also nachträglich erhöht und Sie zahlen Körperschafts- und Gewerbesteuer nach.

Übrigens auch dann, wenn Sie im Jahr 2021 kein Auto für 40.000, sondern eines für nur 30.000 Euro kaufen. Denn der IAB hierfür hätte ja damals, 2018, nur 12.000 Euro betragen. Also wird ihr Gewinn nachträglich um 4.000 Euro erhöht.

Ich will aber, knapp drei Jahre, nachdem ich den IAB gebildet habe, wirklich kein Auto kaufen. Komme ich aus der Nummer jetzt gar nicht mehr raus?

Doch. Wenn Sie stattdessen in ein anderes Wirtschaftsgut investieren. Das muss kein Auto sein. Diesen wirklich wichtigen und sehr hilfreichen Spielraum hat ein Gerichtsurteil aus Sachsen so festgelegt. Wenn Sie sich also von Ihrem 40.000-Euro-Traumauto verabschieden und das Geld stattdessen eins zu eins für ein anderes Wirtschaftsgut ausgeben, können Sie den IAB komplett darauf anwenden. Oder Sie zahlen, wenn das Gut etwas günstiger ist, einen Teil Steuern nach. Natürlich müssen Sie diese „Ersatzinvestition“ auch binnen drei Jahren tätigen. Und: Sie dürfen dafür nicht seinerzeit schon einen IAB gebildet haben.

Nummer Sicher kann nie schaden

Alles schön und gut, finden Sie? Ist es auch. Und doch: Legen Sie das Geld, das Sie zunächst
durch den IAB gespart haben, lieber mal auf die hohe Kante. Wer weiß, was kommt.
Zur Not haben Sie eine Rücklage. Und der Fiskus ist ja nun auch durchaus bekannt dafür, die Rechtslage immer wieder mal zu ändern – gerne auch für ein paar Jahre rückwirkend.
Und wenn Sie die Rücklage niemals brauchen: Umso besser.