Läuft doch gut mit der Firma, oder? Stabile Umsätze, seit Jahren schon.

Nur immer mit dem gesamten eigenen Vermögen haften zu müssen, wenn mal was total daneben gehen sollte – dieses Szenario muss ja eigentlich nicht mehr sein. Also her mit der GmbH. Jo, kann man machen. Aber vorher bitte genau bedenken, was dafür alles nötig ist. Und dann noch mal drüber nachdenken.
Los geht’s.

Eine GmbH – was ist das eigentlich?

Ein Einzelunternehmer oder der Gesellschafter einer Personengesellschaft (GbR) haftet immer mit seinem gesamten Vermögen. Das kann, wenn die Firma nicht mehr zahlen kann, also bedeuten, dass er Auto, Haus und weiteres verkaufen muss, um Verbindlichkeiten zu bezahlen und Gläubiger zufriedenzustellen. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung haftet dagegen nur mit dem firmeneigenen Vermögen. Nicht mit dem Privatvermögen der Teilhaber.

Stammeinlage, Haftungsrisiko – was heißt das jetzt konkret?

Wer eine GmbH gründen will, muss 25.000 Euro auf den Tisch legen. So hoch ist das gesetzliche Mindeststammkapital. Die wird bar als Stammeinlage in die GmbH eingebracht. Zum Zeitpunkt der Eintragung ins Handelsregister muss davon mindestens die Hälfte, also 12.500 Euro eingezahlt sein. Ist das Stammkapital höher, liegt es also zum Beispiel bei 100.000 Euro, so muss ein Viertel dieser Einlagen zu dem Zeitpunkt eingebracht sein.

Obacht: So eine GmbH gründen Sie nicht innerhalb weniger Stunden. Nicht umsonst sprechen wir von der Gründungsphase. Die endet erst mit der abschließenden Eintragung ins Handelsregister. Und bis dahin gibt es einige, auch umfangreiche, Haftungsrisiken zu beachten. Zu Beispiel die Differenzhaftung oder Verlustdeckungshaftung.

Was muss alles in den Vertrag?

Im Wesentlichen müssen die folgenden vier Punkte geregelt werden:

  • Dauer der Gesellschaft
  • Die Regelung von Kündigungen
  • Der Wettbewerbsverbot der Gesellschafter (also festlegen, dass diese nicht in Konkurrenz zur GmbH treten können)
  • Für die Geschäftsführer: Beschränkungen in der Tätigkeit bei besonderen Maßnahmen

Bevor Sie fragen: Wenn Sie diese Regelungen weglassen, funktioniert Ihre GmbH auch. Aber die Erfahrung zeigt, dass später immer wieder vor allem diese vier Punkte aufploppen. Also besser direkt regeln, damit sich die Gesellschafter nicht am Ende noch vor Gericht begegnen.

Die Stammeinlage: Einzahlungen dokumentieren!

Beim Geld hört der Spaß bekanntlich auf. Deshalb: Dokumentieren Sie bitte, dass die Stammeinlage von in Summe 25.000 Euro auch eingezahlt wurde. Wenn zehn Gesellschafter sich diese teilen, braucht man eben zehn Belege. Und die bewahren Sie auch über die gesetzliche Aufbewahrungszeit von zehn Jahren hinaus auf. Denn: Nehmen wir mal an, Ihr Unternehmen muss leider nach 15 Jahren Insolvenz anmelden. Dann kann der Insolvenzverwalter genau diese Belege anfordern. Und wenn die dann nicht vorliegen, darf die gesamte Einlage noch einmal gezahlt werden. Das hätte dann gerade noch gefehlt. Also: Beweissicher aufbewahren!

Nur Bares ist Wahres. Nicht fudeln und die Stammeinlage gegen einen Sachwert tauschen!

Es wird öfter mal gemacht, ist aber nicht zulässig und obendrein auch nicht clever: Da gründen mehrere Leute eine GmbH, legen die 25.000 Euro in bar ein, vereinbaren aber quasi hinterm Rücken, dass sie dieses Geld nach der Eintragung ins Handelsregister gegen einen Sachwert, sagen wir ein Auto, tauschen. Nach dem Motto: Jetzt fragt da ja eh keiner mehr nach. Doch. Es ist nicht zulässig, dass die GmbH nur Sachwerte bekommt. Droht wie im Beispiel oben auch hier die Insolvenz, kann es doppelt dick kommen: Zum einen werden die 25.000 Euro als Geldwert eingefordert, zum anderen muss derselbe Betrag noch einmal berappt werden, da die Gesellschafter den Kaufpreis für den ja quasi gekauften Sachwert zurückbezahlen müssen. Und 50.000 Euro auf den Tisch zu legen, wenn man ja faktisch eh schon keine Kohle mehr hat, ist nun wirklich bitter.

Also: Halten Sie sich bei einer GmbH-Gründung an die Spielregeln. Und dann: viel Erfolg mit Ihrem Unternehmen.
Wichtig: Über die weiteren rechtlichen Folgen, welche die Gesellschaftsform GmbH noch mit sich bringt, informiere ich sie gerne. Auch ein Rechtsanwalt kann hier mit Infos helfen.