Es ist gesund. Es schont die Umwelt. Es ist stressfrei im morgendlichen Verkehrschaos. Sprich: Mit dem Dienstfahrrad ins Büro und zurück zu fahren, ist eine ziemlich gute Sache. Und die wird noch besser: Denn die Privatnutzung dieser Räder muss nicht mehr versteuert werden! Zumindest in den nächsten drei Jahren nicht …

Das ist ja klasse. Was aber hat es mit dem Dienstfahrrad überhaupt auf sich?

Okay, Schritt zurück für alle Arbeitgeber, die damit noch keine Erfahrungen haben. Diensträder sind absolut im Trend. Keine Frage, im Sommer machen sie mehr Spaß als bei Schmuddelwetter, aber sei’s drum. Wenn Sie zum Beispiel Ihre Agentur im Zentrum von Köln haben und Ihr Mitarbeiter Herr Droschke wohnt zehn Kilometer weit weg, dann tun Sie ihm mit einem schicken Fahrrad womöglich einen größeren Gefallen als mit einem Auto, in dem er sich jeden Morgen durch den Stau wälzen muss.

Seit 2012 ist das Dienstrad mit diesem Dienstwagen gleichgestellt, sprich: Sie können die Anschaffung komplett von der Steuer absetzen.

Bislang hätte Herr Droschke die private Nutzung des Rades, etwa für die Radtour mit der Familie am Wochenende, versteuern müssen. Wie beim Auto mit 1 Prozent vom Neupreis. Das fällt seit dem 1. Januar 2019 komplett weg.

Aber … war ja klar, dass ein Aber kommt, richtig? Es ist zum Glück ein kleines. Zum einen gilt diese neue Regelung wie gesagt erst einmal nur für drei Jahre. Und zum anderen darf der Kauf des Dienstrades nicht den Arbeitslohn ersetzen, sondern es muss zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Das geht beim Dienstwagen in der Tat anders, hier kann ein Teil des Lohnes quasi in „Autoform“ ausgezahlt werden.

Ja, und jetzt?

Na, handeln! Zum Fahrradhändler Ihres Vertrauens gehen, dort für drei Jahre ein Fahrrad für Herrn Droschke leasen (der Händler wird genau wissen, was dabei zu beachten ist), dieses Rad dann dem Mitarbeiter ergänzend zum regulären Arbeitslohn zur Verfügung stellen – und ihm nach Ablauf der Leasingzeit, zum Beispiel nach dem 31. Dezember 2021, das dann drei Jahre alte Rad günstig zum Kauf anbieten. Oder es dem Händler zurückgeben.

Obacht nach der Leasingzeit

Klar, dass Herr Droschke, wenn er das Rad nach Ende der Leasingzeit kauft, nicht mehr den Neupreis zahlt. Einen ganz besonders günstigen Preis festzulegen ist aber auch nicht gut – denn den möglichen Preisvorteil zum tatsächlichen Preiss müsste Ihr Mitarbeiter dann besteuern. Muss ja nicht sein.

Soweit klar. Und wie setze ich das Ganze betrieblich ab? Gibt es da mal ein Beispiel?

Gerne. Die Leasingraten können Sie als Arbeitgeber in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen. Und keine Sorge: Sozialabgaben müssen Sie auch nicht abführen.

Und jetzt das Beispiel: Herr Droschke hat sich also sein Rad ausgesucht. Schickes Teil, kostet 80 Euro brutto im Monat inklusive Umsatzsteuer. Die kriegen Sie schon mal gleich vom Finanzamt wieder. Vom Nettobetrag (67,23 Euro) gehen dann Körperschaftssteuer, Soli und Gewerbesteuer (angenommener Hebesatz 410 Prozent) runter. Die effektiven Kosten liegen also bei 46,95 Euro im Monat.

Warum also nicht … gleich Diensträder fürs gesamte Team kaufen? Kein Problem. Am besten eher heute als morgen. Aber nochmal: Sie können den Mitarbeitern nicht weniger Gehalt zahlen, weil sie ein Fahrrad bekommen. Sie müssen es ihnen immer zusätzlich zum Gehalt zur Verfügung stellen. Übrigens: Umgekehrt ist das kein Problem, sprich, wenn sich der Mitarbeiter an den Fahrradkosten beteiligt. Er hätte dann ja immer noch einen großen Vorteil. Von der Bewegung an der frischen Luft mal ganz zu schweigen.