Die Sache mit den zehn Tagen oder: Neues Jahr, alte Umsatzsteuer abführen? Geht!

Mit der Umsatzsteuer ist das ja immer so eine Sache, gerade in kleineren Unternehmen. Wer in der Medienbranche tätig ist, kann unter Umständen den verminderten Satz von 7 Prozent veranschlagen. Meist sind es aber 19. Die sind natürlich ein durchlaufender Posten!

Und der muss je nach Unternehmensgröße im Quartal oder monatlich ans Finanzamt abgeführt werden. Was aber gilt eigentlich am Jahresende? Und gibt es Fristen, die für die Umsatzsteuer-Vorauszahlung eingehalten werden müssen? Was ist mit Wochenenden?
Der Reihe nach.

Also: Sagen wir, Sie müssen für den Monat Dezember 2018 einen Betrag von 5.000 Euro an Umsatzsteuer abführen. Den dürfen Sie auch noch am 10. Januar 2019 zahlen. Und das auch dann, wenn dieser 10. Januar ein Samstag oder Sonntag ist. Die Zahlung gehört dann trotzdem zu den Ausgaben des Wirtschaftsjahrs 2018. Hierzu gibt es auch ein Urteil des Bundesfinanzhofs. Dieser widerspricht damit übrigens der Finanzverwaltung, die das seinerzeit etwas anders sah.

Der Bundesfinanzhof argumentiert so: Natürlich muss die Sonn- und Feiertagsruhe der Finanzbeamten gewahrt werden, welche die eingehenden Umsatzsteuerzahlungen bearbeiten. Das darf aber nicht dazu führen, dass der Steuerpflichtige einen Nachteil hat, nur weil die Zehn-Tages-Frist ausgerechnet an einem Sonntag ausläuft.

Verstanden. Ich mache seit Jahren in meinem Unternehmen eine Einnahmen-Überschussrechnung. Gilt für mich das Gleiche?

Und ob. Hierbei sind Ausgaben ja immer in dem Jahr steuerlich anzusetzen, in dem sie geleistet wurden. Wenn Sie also am 30. Dezember 2018 noch eine Zahlung von 20.000 Euro veranlassen, haben Sie Ihren Gewinn ordentlich gesenkt. Oder ihn mit einem hohen Zahlungseingang gesteigert. Auch für Sie gilt: Das Abführen der Umsatzsteuer ist eine regelmäßig wiederkehrende Ausgabe. Wird die kurz vor oder kurz nach dem jeweiligen Jahresende geleistet, wird sie zu diesem Wirtschaftsjahr 2018 gezählt. Und als „kurz danach“ gilt hier eben der Zeitraum von bis zu zehn Tagen, also bis zum 10. Januar 2019.

Insbesondere zum Jahresende wird das Managen ihrer Steuern immer noch wichtiger, gerade auch was die Planung von Investitionen, etc. angeht. Sprechen Sie uns bei Fragen – auch rund um die Umsatzsteuer – einfach an!