Alles für die Steuererklärung

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Es ist wieder so weit: Die Steuererklärung steht an.

Na, schon den Schweiß auf der Stirn stehen? Keine Sorge, ist gar nicht nötig. Gibt ja Checklisten dafür. So eine habe ich Ihnen auch mal vorbereitet und erkläre Ihnen hier und da auch, warum Sie was benötigen.

Los geht’s.

Wer sammelt, der bleibt.

Bitte, bitte, bitte: Halten Sie während des laufenden Jahres schon Ordnung! Sammeln Sie alle Unterlagen, die Sie benötigen, in einem Ordner. Auch die Rechnungen, Quittungen und Belege, bei denen Sie nicht sicher sind – kann man das echt absetzen? Lieber behalten, wegwerfen kann man immer noch. All das spart Sucherei, Stress und Ärger. So, und welche Unterlagen und Infos müssen Sie jetzt sammeln?

Sie brauchen zunächst persönliche Unterlagen:

  • Ihre persönliche Steueridentifikationsnummer
    • Die steht auf dem Steuerbescheid des Vorjahres
  • Die elektronischen Lohnsteuerjahresbescheinigung(en)
  • Nachweise über Fehlzeiten im Job
    • Diese können verschiedener Art sein, wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder auch Mutterschaft
  • Leistungsbescheide und Mitteilungen
    • Das betrifft zum Beispiel Bescheide der Bundesagentur für Arbeit, der Krankenkasse über geleistete Zahlungen die Kirchensteuer – aber nur, wenn die nicht schon auf der Lohnsteuerbescheinigung angegeben ist
  • Haben Sie eine Körperbehinderung? Dann bitte hierüber auch einen Nachweis erbringen
  • Und natürlich Ihre Bankverbindung angeben

Die Sonderausgaben:

  • Alle möglichen Angaben sowie Bescheinigungen zu Beitragszahlungen (oder auch Erstattungen) an Versicherungen. Das können sein: private Personen- und/oder Rentenversicherungen, Lebensversicherungen, Risiko-Lebensversicherungen, Riesterrente, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (nur gesondert angeben, wenn nicht schon auf der Jahreslohnsteuerbescheinigung nachgewiesen), Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherung (Privathaftpflicht, Kfz-Haftpflicht)
  • Belege über Spenden (zum Beispiel Förderverein Schule und Kindergarten, sonstige Vereine oder auch Mitgliedsbeiträge an politische Parteien (Bestätigungen über Zuwendungen)

Außergewöhnliche Belastungen:

Hier wird ein zu versteuernder Mindesteigenbetrag zu Grunde gelegt. Der wiederum variiert je nach Gehalt und Familiensituation zwischen einem und sieben Prozent des Bruttoeinkommens. Dazu gehören:

  • Nachweise über Arzt-, Krankenhaus- und Kurkosten
  • Zuzahlungen zum Beispiel bei Zahnersatz, Brillen, Hörgeräten oder auch ärztlich verordneten Medikamenten
  • Nachweise über die Pflege von Angehörigen und Pflegegeld
  • Belege über die Unterstützung von Angehörigen oder über die Zahlung von
    Unterhaltsleistungen/Renten (dann aber auch die Nachweise über deren Einkommen beifügen!)
  • Scheidungskosten und Beerdigungskosten

Auch Ihre Kinder spielen bei der Steuererklärung eine Rolle. Deshalb bitte angeben:

  • Die Anzahl Ihrer Kinder – und wenn Kinder da sind: die Bescheinigung über das bezogene Kindergeld
  • Wenn diese betreut werden: Belege zur Kinderbetreuungskosten (auch den Zahlungsnachweis beifügen!)
  • Sind Sie allein erziehend und beziehen Unterhalt? Dann auch Belege über den Bezug dieser Unterhaltsleistungen beifügen
  • Bei Kindern ab 18 Jahren: Ausbildungsnachweise (zum Beispiel Ausbildungsvertrag oder Immatrikulationsbescheinigung der Uni)
  • Sind die volljährigen Kinder auswärtig untergebracht, weil sie fern des Elternhauses studieren oder eine Ausbildung machen? Dann muss das auch nachgewiesen werden
  • Etwaige Behinderungen der Kinder und natürlich die Krankenversicherungsbeiträge für die Kinder müssen Sie auch angeben

Berufsbedingte Aufwendungen und Werbungskosten. Die sollten Sie auch angeben, wenn sie nicht freiberuflich arbeiten, sondern angestellt sind. Denn hier lassen sich richtig Steuern sparen.

  • Ihre Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Wichtig für Arbeitnehmer: Entfernung und Anzahl der Tage genau angeben, ebenso wie das benutzte Verkehrsmittel)
  • Kosten einer Dienstreise: Fahrtkosten ebenso angeben wie die Dauer, zudem Übernachtungs- und Nebenkosten. Wichtig: Das, was Ihnen der Arbeitgeber erstattet, müssen Sie abziehen!
  • Alle Kosten für Arbeitsmittel, Berufskleidung, Werkzeuge, Fachliteratur, Schreibmaterial, Fortbildungen, Fahrten und Übernachtungen
  • Bewerbungskosten, zum Beispiel die gekauften Bewerbungsunterlagen (Papier, Ordner, Toner zum Ausdrucken), Telefon- und Internetkosten, Kosten des Vorstellungsgespräches (zum Beispiel Fahrt- und Übernachtungskosten sowie Parkgebühren)
  • Beiträge zu Berufsverbänden/ Gewerkschaften
  • Die Kosten Ihres Steuerberaters
  • Sollte auf dem Weg zur Arbeit oder bei einer Dienstreise ein Unfall passieren, geben Sie die Kosten hierfür auch an, inklusive den Versicherungskosten
  • Ebenso Ihren beruflichen Beitragsanteil für private Unfall- und Rechtsschutzversicherungen
  • Sie arbeiten von zu Hause? Dann müssen Sie die Kosten für ein Arbeitszimmer auch angeben
  • Zudem auch die Kosten für die doppelte Haushaltsführung

Als Sparer und Anleger haben Sie auch einiges anzugeben. Denn es ist ja nicht so, dass der Staat nicht auch auf Ihr Erspartes gerne mal ein Auge werfen würde. Deshalb:

  • Weisen Sie Einkünfte aus Kapitalvermögen nach, wie etwa Zinsen und Dividenden. Wichtig: Das gilt natürlich nur für Erträge oberhalb der Freistellungsgrenze oder wenn die Bank Steuern abgezogen hat. Deshalb: Den Freibetrag checken!
  • Sie erhalten vermögenswirksame Leistungen? Bescheinigung beifügen!

Ganz gleich, ob Sie Immobilienbesitzer oder Mieter sind, Sie wohnen ja irgendwo. Deshalb müssen Sie dazu auch einiges angeben.

  • Belege über haushaltsnahe Dienstleistungen/Handwerkerleistungen (das können Rechnungen, Überweisungsnachweise und Verträge sein)
  • Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, zum Beispiel für Reinigungskräfte (hier reichen der Vertrag oder ein Nachweis über die Abführung der Sozialversicherungsbeiträge)
  • Sie vermieten und/oder verpachten und erzielen damit Einkünfte? Die geben Sie dann bitte an. Aber natürlich auch die Betriebskosten und Kosten, die sich aus der Vermietung ergeben. Als Belege dienen zum Beispiel Kaufvertrag, Maklergebühr, Auflassungsgebühr. Wenn ein Mietobjekt noch abgeschrieben wird, muss der Abschreibungsbetrag ja ermittelt werden. Dafür bitte die Grunderwerbsteuer und Notarkosten angeben.
  • Und schließlich die Jahresabrechnung der Wohneigentümergemeinschaft (gilt für den Eigentümer ebenso wie für den Mieter)

Als Rentner kommen Sie um das Vorhalten von Unterlagen auch nicht herum. Hält sich aber in Grenzen:

  • Sie müssen die Leistungen der gesetzlichen und privaten Rentenversicherung nachweisen. Der Bescheid hierüber wird Ihnen automatisch zugestellt.

Sie sehen: Das ist einiges. Aber mit etwas Ordnung und Disziplin bekommen Sie die Unterlagen schon zusammen. Und selbstverständlich stehe ich Ihnen dabei sehr gerne zur Seite!